{"id":640,"date":"2020-03-21T12:54:00","date_gmt":"2020-03-21T12:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/?p=640"},"modified":"2021-05-12T08:24:46","modified_gmt":"2021-05-12T08:24:46","slug":"an-wen-gingen-die-ersten-hilfssendungen-des-scheizerisch-baltischen-komitees","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/?p=640","title":{"rendered":"AN WEN GINGEN DIE ERSTEN HILFSSENDUNGEN DES SCHEIZERISCH-BALTISCHEN KOMITEES?"},"content":{"rendered":"\n<p>NU-Das Schweizerisch- Baltische Komitee (fr\u00fcher \u201eHilfskomitee\u201c) wurde 1948 ins Leben gerufen. Damals stand die Hilfe der durch den 2. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogenen Deutschbalten im Vordergrund, die seit der Umsiedlung 1939 in Folge des Stalin-Hitler Vertrages in Deutschland lebten. Das schweizerische Komitee half auf Grund von Angaben von Vertrauenspersonen vor Ort mit Lebensmittel- und Kleidungspaketen. Besonders begehrt waren Kaffee, Schokolade und Schuhe. Dazu ein Anschauungsbeispiel auf Grund eines k\u00fcrzlichen Hinweises von J\u00f6rn Schneider aus L\u00fcneburg, Pastor im Ruhestand und Beauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche Estlands f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe aus Deutschland, Estlandhilfe\/Lieberg-Fonds:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Meine Mutter und meine drei j\u00fcngeren Schwestern lebten in zwei winzigen Zimmern in dem Dorf R\u00fctenbrock ( heute Teil von Haren\/Ems) direkt an der holl\u00e4ndischen Grenze, und ich fuhr an jedem zweiten Wochenende mit dem Fahrrad die 28 km nach Haus. Das erste Paket aus der Schweiz muss 1951 gekommen sein. Sp\u00e4ter berichtete meine Mutter noch einmal davon. Nach ihrem Tod 2001 fand ich unter ihren Papieren auch eine kurze Notiz -vermutlich von der deutsch-baltischen Landsmannschaft- aus dem Jahre 1956, \u201edass eine weitere Unterst\u00fctzung von Frau Schneider nicht mehr n\u00f6tig sei\u201c. Der Hinweis auf ihre so missliche Lage muss wohl von der deutschbaltischen Gruppe in Meppen ausgegangen sein, zu deren Vorstand sie regen brieflichen Kontakt unterhielt und den sie gelegentlich auch mit dem Fahrrad aufsuchte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine Kriegerwitwen- und Waisenrente von insgesamt 90 DM pro Monat erhielt sie ab Mitte 1949. Vorher lebten wir von der F\u00fcrsorge. Sie ging fast t\u00e4glich von Bauernhof zu Bauernhof und reparierte oder n\u00e4hte Kleider. Als 1949 die Nachzahlung der mehrere Jahre nicht gezahlten Rente \u2013 abz\u00fcglich der F\u00fcrsorgebez\u00fcge \u2013 kam, reichte das gerade f\u00fcr den Kauf einer N\u00e4hmaschine. \u201eDamit kann ich Tisch, St\u00fchle und Betten verdienen\u201c, sagte sie und n\u00e4hte nun illegal zuhause.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Nach dem Abitur 1929 in Reval war sie Sekret\u00e4rin ihres Onkels Alfred Intelmann gewesen, der sp\u00e4ter Direktor der deutschen Volksgemeinschaft in Riga war und dann auch 1939 die Umsiedlung von dort mit zu organisieren hatte. N\u00e4hen war immer schon ihr Hobby gewesen. Sie wollte ihrem Vater (Dipl. Ing. Hellmuth Lemm in Reval) nicht auf der Tasche liegen und fand Arbeit in der Berliner Opernschneiderei.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bis zur Wende hat meine Mutter sich sehr um die Hilfspakete der Deutschbalten in L\u00fcneburg f\u00fcr Landsleute in der DDR gek\u00fcmmert.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Heute werden Personen und Organisationen im Sozialbereich der drei baltischen L\u00e4nder Estland, Lettland und Litauen direkt unterst\u00fctzt, da wo der Staat mangels Budget noch nicht einspringen kann. Die Armut in Randregionen ist immer noch sehr hoch. Ebenfalls werden kulturelle Veranstaltungen von K\u00fcnstlerInnen aus dem Baltikum gef\u00f6rdert. Von den drei L\u00e4ndern nimmt je eine geb\u00fcrtige Vertreterin Einsitz im Vorstand des Komitees. Die Mittel stammen von G\u00f6nnerinnen und G\u00f6nnern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NU-Das Schweizerisch- Baltische Komitee (fr\u00fcher \u201eHilfskomitee\u201c) wurde 1948 ins Leben gerufen. Damals stand die Hilfe der durch den 2. Weltkrieg<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":495,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"pgc_sgb_lightbox_settings":"","_FSMCFIC_featured_image_caption":"Die Mutter von Pastor Schneider, eine der Personen, die in der Gr\u00fcndungszeit des Komitees Hilfspakete erhielt, hier 1942 als Rotkreuzkrankenschwester.","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":"","footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/640"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=640"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/640\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":647,"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/640\/revisions\/647"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/495"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.swiss-baltic.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}